Second Horizon

(3 Kundenrezensionen)

20,90

Die Faszination düsterer Fantasy trifft mit derben Humor auf die Komplexität des Science Fiction.

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Beschreibung

»Ist so etwas Unvollkommenes wie der Mensch dazu in der Lage, ein perfektes Wesen zu schaffen?«

Das Antlitz der Welt wurde durch Wissenschaft, Magie und die ewigen Mühlsteine der Zeit geformt – nichts ist vom Griff des Fortschritts unberührt geblieben.

Wolf ist in einem Zustand zwischen Mensch und Bestie gefangen, der innere Kampf zwischen Instinkt und Verstand bestimmt seinen Alltag. Als plötzlich eine junge Frau vom Himmel fällt und sich ihm nur als Babe vorstellt, ahnt er nicht, dass mehr als nur seine Freiheit auf dem Spiel steht. Durch eine körperlose Hackerin und einen düsteren Exorzisten verwischen die Grenzen zwischen Richtig und Falsch. Gemeinsam wagen sie sich viel zu nah an das Herz der Machthabenden und müssen sich fragen, was ihnen Vertrauen und Selbstbestimmung wert sind.

Im Kampf gegen ihre eigenen Ketten lenken sie den gierigen Blick des letzten Gesetzes auf sich – die Krone menschlichen Schaffens, Wesen aus lebender Technik und verdrehter Magie:
Die Engel.

Die Faszination düsterer Fantasy trifft mit derben Humor auf die Komplexität des Science Fiction.

 

Zusätzliche Information

Autor

E.F. v. Hainwald

Format

Hardcover (154 x 216 mm)
mit Schutzumschlag und Leseband

Umfang

Einzelband, 380 Seiten

Coverdesign

© Phantasmal Image

Veröffentlichung

März 2020

ISBN

978-3-96443-752-5

3 Bewertungen für Second Horizon

  1. Mein Regal voller Regenbögen

    Jede einzelne Geschichte, die E.F. v. Hainwald bis dato veröffentlicht hat, war für mich etwas ganz Besonderes. Es ist stets eine Überraschung, was einen in der jeweiligen Welt, im nächsten Kapitel, ja sogar auf der nächsten Seite, erwartet. Durch den Genre-Mix und die unkonventionellen Ideen des Autors entstehen Bücher, die anders sind und für mich deswegen immer absolutes Lesevergnügen bedeuten. „Second Horizon“ war somit schon vor dem Erscheinen ein Must-Read für mich.

    Der erste Satz:
    – »Engelverdammtes Drecksteil!«, grollte Wolf und trat mit voller Kraft gegen den Automaten. –

    Wolf ist ein Einzelgänger. Mit Babe ist ihm aber sprichwörtlich jemand vor die Füße gefallen, der ihm in vielerlei Hinsicht ähnlich ist. Immer auf der Suche nach dem Kick des Verbotenen. So verbinden die beiden das Angenehme mit dem Nützlichen und bestreiten mit mehr oder weniger legalen „Arbeiten“ ihren Lebensunterhalt. Einer dieser Jobs verspricht nicht nur ein volles Cred-Konto, sondern könnte Wolf zusätzlich Antworten auf seinen Zustand geben. Was passiert allerdings, wenn man währenddessen auf etwas stößt, das unter allen Umständen im Verborgenen bleiben soll? Was passiert, wenn man dadurch die letzte Instanz auf den Plan ruft und sich somit mit sich selbst, und seiner eigenen Vergangenheit, konfrontiert sieht.

    E.F. von Hainwald hat die Geschichte um Wolf und Babe, wie schon sein letztes Werk „Cyberempathy“, in der Zukunft angesetzt. Der Schwarm, eine Hochzivilisation, mit einer Struktur, die rein auf Optimierung ausgelegt ist, und dementsprechend fortschrittlicher Technologie, umspannt die Welt. Nebenher gibt es aber auch noch Möglichkeiten für die Menschen, die sich mit den vorgegebenen Standards nicht identifizieren können, oder arrangieren wollen, ihr Leben anderweitig zu gestalten. Die Co-Existenz dieser verschiedenen Lebensweisen funktioniert im Großen und Ganzen sehr gut, man profitiert sogar voneinander. Ich fand diesen Gesellschaftsentwurf ungemein spannend, da der Autor auf eine Klassifizierung zwischen gut und böse verzichtet.

    Beim Stichwort „Magie“ war ich extrem neugierig, was mich erwartet und auch in diesem Punkt gräbt E.F. von Hainwald tief in der Ideenkiste. Die Magie, die sich in „Second Horizon“ findet, beruht auf der Anwendung von Runen. Der Wissenschaft ist es gelungen, die Kräfte, die seit jeher in der Erde verankert sind, und an die auch schon unsere Vorfahren geglaubt haben, nutzbar zu machen. Dieser Aspekt der Geschichte wurde so plausibel verpackt, dass sich mir die Frage stellte, ob das nicht wirklich möglich ist.

    Mit Babe und Wolf hat die Geschichte von Anfang an zwei wahnsinnig starke Persönlichkeiten mit außergewöhnlichen Merkmalen. Wolf ist eine Mischung aus Mensch und Tier, immer im Kampf mit seiner animalischen Seite, und Babe verfügt über ein Skelett aus Stahl, welches durch cybermagische Runen zusätzlich verstärkt ist. Beide sind Einzelgänger, verschlossen und darauf bedacht, nur das Nötigste von sich preis zu geben, denn beide haben etwas hinter sich gelassen. Doch trotz ihres Freiheitsdrangs funktioniert die Freundschaft zwischen ihnen. Im Laufe der Geschichte gesellen sich noch zwei weitere Figuren zu Babe und Wolf, die den beiden in Punkto Präsenz in nichts nachstehen. Tonie, eine Hackerin, die sich nach Belieben im System bewegt und mit der E.F. von Hainwald, zu meiner großen Freude, einen offensichtlich queeren Charakter mit ins Spiel gebracht hat. Und Elian, seines Zeichens Exorzist, und mein persönlicher Favourit unter diesen vier wirklich starken Figuren.

    Das Quartett hat in ihrem Tun eine Macht auf den Plan gerufen, der man nicht freiwillig entgegentritt und gegen die man nur verlieren kann. Vor allem Wolf und Babe müssen sich dadurch dem stellen, was sie seit Jahren zu vergessen versuchen. In ihrem Kampf um die persönliche Freiheit müssen sie Erfahrung machen, dass Freiheit und Unabhängigkeit in einem selbst beginnt.

    – »Ich wäre ein Gefangener des Moments – ich könnte ihn nicht selbst wählen. Freiheit muss man wählen, in jedem Augenblick. « – (Pos. 5371)

    „Second Horizon“ ist keine Geschichte für zwischendurch. Durch die Komplexität der Welt, und auch der Einzigartigkeit der Figuren, muss man sich darauf einlassen, offen sein, für nicht Alltägliches. Für mich war es gerade deswegen wieder ein grandioser Ausflug in eine Welt voller Überraschungen und dafür bekommt das neueste Werk aus der Feder von E.F. von Hainwald von mir einen mehr als verdienten Highlight-Status.

  2. Die Weltenwandlerin

    Secon Horizon ist das neuste Werk von E.F v. Hainwald das erst mit der Zeit seinen Leser vollkommen in seinen Bann ziehen kann. Einen sprachlos zurücklässt und mit einem Setting aufwartet, dass so anders ist und doch gigantischer als es auf den ersten Blick wirkt.

    Die Geschichte spielt weit in der Zukunft und die Welt wird von Technik und Magie beherrscht. Zwei Welten, die auf den ersten Blick eher gegensätzlich klingen aber wunderbar zusammenpassen und dem Leser ein energiegeladenes World – Building bietet.

    Im Zentrum des ganzen stehen die beiden Hauptprotagonisten Wolf und Babe.
    Zwei Charaktere, die wie die Technik und Magie unterschiedlicher nicht sein könnten. Der Umgangston der beiden ist derbe und schmutzig und von dunklem Humor durchzogen.
    Eine Sprache, die ich beim Lesen wirklich gefeiert habe, da sie die ansonsten eher trübe und düstere Stimmung etwas auflockert. Ich mag es, wie der Autor die beiden Charaktere beschreibt. Ihre Tiefgründigkeit und ihre Facetten und da man die Geschichte durch die Sicht beider Charaktere erlebt, finde ich das auch sehr wichtig.

    Die Welt in Second Horizon ist eine düstere Zukunftsversion des Autors. Die Technik ist so weit fortgeschritten, dass sie sich mit Hilfe von Runen und Magie verändern lässt. Somit gibt es nichts, was unmöglich erscheint. Fliegende Skateboards oder Körperteile, die modifiziert wurden um den Menschen leistungsfähiger, schneller und damit auch gefährlicher zu machen. Doch jeder Vorschritt birgt auch Gefahren und so lernt man als Leser nicht nur den Exorzisten Elian, sondern auch die Engel kennen, die eine ganz eigene Funktion in dieser Welt übernehmen.

    Nichts ist so, wie es erscheint.
    Das Ende wird einen verzaubern, schockiert zurücklassen und Fragen beantworten, die man sich die ganze Geschichte über gestellt hat.
    Es wird emotional.
    Es wird herb und es wird Kämpfe geben, die alles verändern werden.

    Ein Meisterwerk über Freundschaft und Grenzen, die überschritten werden.
    Ein Werk bei der man auf jeder Seite mit etwas neuem, einzigartigen konfrontiert wird und dessen World – Building so viel größer ist, als man am Anfang vermuten mag.

    Fazit:

    Second Horizon ist ein Meisterwerk der Erzählkunst!
    E.F v. Hainwald hat hier mal wieder etwas Großartiges geschaffen, bei dem man sich wirklich Zeit nehmen sollte beim Lesen.

    Eine Geschichte, die anspruchsvoll ist und doch Spaß beim Lesen garantiert.
    Eine Geschichte, auf die man sich einlassen muss, um sie zu verstehen und beim zügigen Schreibstil nicht den Anschluss zu verpassen.
    Eine Geschichte, die man sicherlich nicht einfach so nebenbei lesen kann, da man sich konzentrieren sollte und Charaktere, die Facettenreich und einzigartig sind. Vor allem der Humor hat mich sehr fasziniert und trotz anfänglicher Startschwierigkeiten konnte mich die Geschichte irgendwann voll und ganz mitreißen, sodass ich mich fallen lassen konnte.

    Wer also auf eine anspruchsvolle Lektüre, die das Leben in der Zukunft behandelt steht, vor Cybermagie, sich verändernden Charakteren und dunklen Humor nicht zurückschreckt, wird hier definitiv nicht enttäuscht werden.

    Aber … nehmt euch die Zeit, denn die braucht dieses Buch!

  3. Die Buchlilie

    Cover:

    Dieses Cover ist der reinste Hingucker! Wie sich Titel, Linien und Mondsichel strahlend hell vom dunklen Hintergrund abheben, ist beeindruckend! Auch die schwarzen Schwingen verleihen ihm etwas Magisches, Übersinnliches. Da hat Phantasmal Image ganze Arbeit geleistet!

    Meine Meinung:

    „‚Hilf mir, einen Engel zu töten‘, bat er den Exorzisten. „Zeig mir, wie man den Glauben zerstört – oder ist das zu schwierig für dich?‘
    Elians Augen weiteten sich erstaunt. Dann senkte er sein Kinn und ein gefährliches Lächeln stahl sich auf seine Lippen. […] ‚Eine Herausforderung‘, sprach der Exorzist […] und nickte.“ (Second Horizon, S. 186)

    Dass man aus der Feder von E.F. von Hainwald keinen literarischen Einheitsbrei erwarten kann, ist etwas, das ich an seinem Gesamtwerk sehr schätze. Auch im neuersten Roman „Second Horizon“ bleibt er seiner Maxime treu. Dank des Genre-Crossovers aus Dark Fantasy und Science-Fiction errichtet er in ferner Zukunft auf Grundlage von Technologie, Kybernetik, Runenmagie und verdrehten Religionsbegriffen eine ebenso fortschrittliche wie düstere Zivilisation. Die stimmungsvollen Illustrationen und schwarzbedruckten Seiten voll einzigartiger Symbole verstärken diesen Eindruck noch. In dieser Lebenswelt werden die ungleichen Charaktere Wolf und Babe auf einen Diebstahl angesetzt, der für sie ungeahnte Folgen hat …

    „Exzentrisch“ ist das Adjektiv des Autors, mit dem er seinen Roman beschreibt – und damit untertreibt er kein Bisschen! Abgefahren trifft es ebenso. Obwohl das Setting zweifellos auf unserem Globus angesiedelt ist, hat sich sein Erscheinungsbild stark geändert. Gigantische kuriose Bauten, quasselnde Hologramme und leuchtende Runen lassen sogleich eine futuristische Grundstimmung aufkommen, während die Gesellschaft sich grob in Schwarm und Indies unterteilt. Seltsame Gestalten ist man aus „Cyberempathy“ womöglich schon gewöhnt, doch ich finde, dass E.F. von Hainwald hier noch eine Schippe draufgelegt hat. Immerhin verhalten sich Mitarbeiter des Schwarms in Firmengebäuden wie Ameisen … verrückt, oder? Und die sind noch die harmlosesten Bürger! Den Gipfel des Sonderbaren stellen die Engel dar, Wesen aus Magie und Technik, die entgegen jedweder Assoziation zutiefst verstörend daherkommen. Ich wusste nie, ob ich sie fürchten oder auslachen soll.

    Setting und Charaktere wissen in ihrer Kuriosität also schon mal zu faszinieren. Doch auch der Plot hat nach Hainwald-Manier einiges zu bieten. Ob actiongeladene Kämpfe oder ungewöhnliche Exorzismen, der Autor bedient eine angenehme Bandbreite an Ereignissen und verliert dabei keineswegs den roten Faden aus den Augen. Regelmäßig aufgelockert wird das zum Teil blutige Geschehen durch einen wunderbar derben Humor, bei dem man gar nicht anders kann, als wenigstens zu grinsen. Die eigentliche Stärke der Geschichte liegt für mich allerdings in ihrer Tiefsinnigkeit, die zwischen all der Bizarrerie aufblitzt und sich insbesondere ab dem letzten Drittel des Romans voll entfaltet. Im Grunde ist sie eine große Suche nach Individualität und innerer Ausgeglichenheit, nach einem ganz persönlichen Lebenssinn, und doch ist da noch so viel mehr. Dass ich diesen Roman letztlich mit Tränen in den Augen zuklappte, mit einem lauten Nachhall in der Seele, ist wohl ein guter Beweis dafür, wie eindringlich diese Botschaften ankommen.

    Fazit:

    Exzentrisch, derb, witzig und tiefgründig – „Second Horizon“ ist mit seinem Adjektiv-Quartett ein Meisterstück der Dark Fantasy. Ich vergebe fünf Sterne.

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